Johannespassion

Johann Sebastian Bach: Johannespassion
Inszenierung in Licht - Klang - Bewegung

Einen anderen Weg der Oratorienaufführung schlägt der Lukas-Chor mit der Bach’schen Johannespassion ein. Anstelle eines neutralen, auf reines Hören ausgerichteten Musizierens entsteht eine mehrdimensionale Deutung des Passionsgeschehens durch eine sensible Bewegungs-, Raum- und Lichtregie.

In seinem Konzept lässt sich Gerd Kötter von den drei Sprachebenen der Johannespassion leiten: Evangelium, freie Dichtung in den Arien und Choral.

Dies wird in einer differenzierten Aufstellung der Solisten und des Chors deutlich. Der unterschiedliche Charakter der Arien wird durch veränderte Positionierung der Vokalsolisten (sie singen alle auswendig) hervorgehoben.

Der Chor verstärkt die Dramatik der einzelnen Chorsätze mit minimalen, aber überraschenden Aktionsgesten. Ebenso spüren die wechselnden Aufstellungen den einzelnen Affekten nach.
Die Lichtregie lotet die Vielschichtigkeit des Passionsgeschehens auf ihre Weise aus.

Gerd Kötter vermeidet in seiner Inszenierung bewusst die Nähe zu opernhaften Aufführungen; er sieht seine Gestaltung der Johannespassion vielmehr in der Tradition früherer Mysterienspiele der Kirche angesiedelt, in denen die Auslotung des Raumes eine große Rolle spielte.

Für die bayernweite evangelische Kirchenmusikszene ist diese Aufführung nach wie vor ein Novum.

Hermann Oswald, Tenor (Evangelist)
Tobias Neumann, Bass (Christus)
Daniel Ochoa, Bass (Pilatus)
Monika Eder, Sopran
Birgit Schmickler, Alt
Egbert Junghanns, Bass (Arien)

Münchner Barockorchester, Lukas-Chor München
Christoph Rodermund, Licht
Christiane Wolf-Schweiz, Konzeptmitarbeit
Leitung und Konzept: Gerd Kötter