Markuspassion

Seit Jahren gibt die Markuspassion Rätsel auf.
Die gesamte Musik der Johann Sebastian Bach zugeschriebenen Passion ist verschollen. Es liegt lediglich ein vollständig gedrucktes Textbuch aus dem Jahr 1731 vor.

Die Musik für den Eingangs- und Schlusschor, für einige Arien und Choräle konnte nach Vorlagen anderer Kompositionen plausibel rekonstruiert werden.
Diese Teile musiziert Gerd Kötter mit einem Barockensemble (zwei Flöten, zwei Oboen, Streicher, zwei Violen da Gamba, zwei Lauten und Basso continuo), Vokalsolisten und dem Lukas-Chor.
Die verloren gegangene Vertonung ersetzt Gerd Kötter durch Sprache. Gongs, Pauken und weiteres Schlagwerk treten in Dialog mit einem Sprecher.
Die Aufführung der Markuspassion lebt aus dem Kontrast des vorhandenen barocken Klangbildes und der musikalischen Neugestaltung der verschollenen Teile. Diese Fassung, die Gerd Kötter mit dem Lukas-Chor wagt, ist für München erstmalig.